Musik bringt Menschen zusammen, das ist allgemein bekannt. Dafür brauche ich nicht erst meine Abiturarbeit zum Thema »Gibt es eine Weltmusik?« heranzuziehen. Und wo viele Menschen sind, kann sie viele in ihren Bann ziehen. Berlin ist Hauptstadt. Nicht nur für die Großen der Politik. Sondern auch für Kultur, Kunst, Film, Literatur – und eben Musik.
Ein warmer Sommersonntag in Berlin. Viele Menschen, die an diesem Nachmittag durch Prenzlauer Berg strömen, landen automatisch im Mauerpark. Es wird gegrillt, Volleyball gespielt, gesessen, gelegen, geredet, gelacht. Aus jeder Ecke schallt Musik. Mal leise, mal laut.
Die Sonne beginnt gerade unterzugehen und ich ziehe vom »Bearpit-Karaoke«, das Joe Hatchiban seit 2009 jeden Sonntag ab 15 Uhr im Amphitheater des Mauerparks veranstaltet, weiter gen Südosten – auf der Suche nach einer Pizza, einem Döner oder was ich sonst so finde. Allerdings komme ich nicht weit. Nur rund 50 Meter entfernt zieht mich nun Musik in ihren Bann.
Life is about rhythm. We vibrate, our hearts are pumping blood, we are a rhythm machine.
Mickey Heart, Drummer der Band Grateful Dead
Tanz, Gesang, Beats: Der Drumcircle lädt Klein und Groß, Jung und Alt, Anfänger*innen und Profis zum gemeinsamen Trommeln ein. Wer möchte, kann sich hier kleine Percussion aus verschiedenen ausgelegten Koffern oder eine der vielen größeren Trommeln nehmen und mitmachen. Einzige Verabredung: Rücksichtsvoll sein und Trommel, Kuhglocke, Tamburin oder Kastagnetten anschließend wieder zurücklegen. Und schon geht’s los, das Eintauchen in ein vielschichtiges Meer aus Beats und Klängen. Wer sich am Schlagwerk nicht so wohlfühlt, kann singen oder tanzen. Oder auch alles gleichzeitig.
In diesem gemeinsamen Rhythmus – der tierisch in den Ohren scheppert, wenn man mittendrin steht – liegt ein sonderbarer Frieden. Hier interessiert sich gerade niemand dafür, was außerhalb dieses Kreises womöglich für Sorgen, Nöte und Hindernisse warten. Hier leben alle den Moment. Das kann man hören, sehen und spüren.